Da es schon wieder ins nächste Wochenende und damit nach Washington D. C. geht, wird es Zeit mein Wochenende in New York Revue passieren zu lassen. Freitagabend gegen 20 Uhr startete der Bus Richtung USA. Im Bus konnte ich gleich Sabrina ausfindig machen. Sabrina hatte ich im Vorfeld über das Internet kennengelernt und endlich hat es nun mit einer gemeinsamen Unternehmung gepasst. Sabrina brachte noch eine Katharina mit und wir drei haben uns dann auch zusammen mit einer Kolumbianerin das Hotelzimmer geteilt, was mal wieder richtig toll war. Nach ungefähr zwei Stunden Busfahrt waren wir an der Grenze, bei den Niagarafällen. Hierfür musste man mal wieder ein Formular ausfüllen mit all möglichen Daten, ganz wichtig natürlich: wann man das Land wieder verlässt. Ansonsten durfte ich noch Fingerabdrücke abgeben (und zwar alle inkl. Daumen!) und nett in die Kamera lächeln. Mittlerweise wissen die wahrscheinlich mehr über mich als ich selbst. Die Nacht im Bus war okay und am Morgen haben wir eine Frühstücks- und Waschpause bei MC Donalds eingelegt. Danach ging es dann rein in den Big Apple, gleich zum Times Square. Da es erst 8 Uhr morgens war, war es entsprechend entspannt und ruhig. Hier habe ich mir dann erst einmal US-Dollar vom Automaten geholt, denn mir war irgendwie nicht so klar, dass Dollar und Dollar ein Unterschied ist – Euro und Euro ist doch auch dasselbe. Ich hatte mir irgendwie eingebildet, dass sie zumindest den kanadischen Dollar zum Bezahlen anerkennen. Unsere nette Reiseleiterin hat uns dann durch Mid-Manhattan geführt. Wir haben uns die ganzen Tage über in Manhattan aufgehalten. Gegen Mittag ging es dann rauf aufs Rockefeller Center mit Blick aufs Empire State Building auf der einen Seite und dem Central Park auf der anderen Seite. Danach hatten wir etwas Freizeit und konnten die Preise checken. Nachdem ich von zuhause die Nachricht über den Wechselkurs erhalten habe, konnte ich die Preise auch endlich einschätzen. Der Kurs ist in etwas gleich mit dem kanadischen Dollar, also 1 Euro entspricht etwa $ 1,30. Der Unterschied besteht nun darin, dass hier die Steuer viel niedriger ist und zu dem auch noch der Preis günstiger, so kostet beispielsweise ein Strickjacke in den Staaten $ 60, in Kanada aber $ 80. Also es ist tatsächlich günstiger da drüben, was ich ja erst nicht glauben wollte. Bevor wir zum Hotel zum Einchecken sind, haben wir uns noch Broadwaykarten besorgt. Das war meine Chance endlich nochmal Mamma Mia! zu sehen. Im Hotel angekommen, haben wir erst einmal das Zimmer bestaunt und die Beine hochgelegt. Abends ging es dann zum Musical. Leider waren die Zuschauer etwas verhalten. Ich denke, das lag daran, dass diese aus aller Herren Länder kommen. In Deutschland hat das Publikum damals mehr mitgemacht, aber in New York war es auch schön, schon alleine wegen der englischen Songs. Sonntag hatten wir dann das erste Frühstück im Hotel und eswar soooo toll. Na gut, ich will mich nicht schon wieder über das Essen in Toronto beschweren. Diesmal stand eine Tour durch Lower-Manhattan an, das heißt, wir haben die Börse an der Wall Street gesehen und den Ground Zero. Vor der Börse steht eine Statue, die je nach Börsenlage gewechselt wird: steht es gerade gut um die Finanzen, holen sie einen Bullen raus – andernfalls kommt ein Bär vor die Tür. Auf dem Ground Zero sieht man gerade gar nichts außer Baukräne – keinerlei Gedenktafeln oder Ähnliches. Hier wird gerade versucht, alles wieder her zurichten. Damals wurden 7 Gebäude (inkl. der Twin Tower) zerstört, die man nun alle wieder aufbauen will. Einen konnte man rekonstruieren, daher steht bereits einer. Für die übrigen Türme war es günstiger sie abzureißen und nun neu zu errichten. Mittags haben wir eine Bootstour auf dem Hudson River unternommen und konnten endlich die Freiheitsstatue begutachten, leider nur vom Boot aus. Danach stand wieder etwas Freizeit auf dem Programm. Diese haben wir genutzt, um ein paar Stadtteile anzusehen, wie zum Beispiel North und South Houston, Greenwich Village, Little Italy und China Town. Dabei konnten wir das Haus von Sex and the City ausfindig machen. Leider habe ich schon wieder vergessen, wie die Dame heißt, die in der Serie dort wohnt. Man konnte es auch gar nicht verfehlen, weil es abgesperrt war. Unsere Reiseleiterin meinte, dass auch das Friends Haus in der Nähe ist, aber das haben wir aus Zeitgründen nicht mehr gefunden. Abends ging es noch einmal nach Mid-Manhattan und wir haben uns den Time Square bei Nacht angesehen. Zu dieser Uhrzeit war es auch so richtig voll und bunt. Sonntag stand eine Tour durch den Central Park an. An Wochenenden und Feiertagen dürfen hier keine Autos durchfahren. Montag war hier Tag der Arbeit und wir hatten schon Befürchtungen, dass die Geschäfte zu haben könnten – aber doch nicht in New York! Anschließend hat uns der Bus für kurze Fotostopps durch Harlem, zu den United Nations (die ausgerechnet an diesem Tag, ihre Flaggen nicht draußen hatten), der Central Station und dem Chrysler Building gefahren. Den Nachmittag durften wir im größten Kaufhaus der Welt verbringen – MACY’S. Allerdings war es uns da zu groß und unübersichtlich, so dass wir lieber durch die Straßen gezogen sind. Am Abend ging es dann zu Fuß auf die Brooklyn Bridge – dort hatten wir einen schön Blick auf Manhattan bei Nacht. Nach dem letzten tollen Frühstück im Hotel ging es leider schon wieder zurück. Auf dem Weg haben wir bei einem Outlet gehalten, was riesig war – mit all möglichen Marken. Da ich in New York schon ordentlich Geld gelassen hatte, musste ich mich hier etwas zusammenreißen. Gegen 21 Uhr sind wir dann wieder in Toronto eingetroffen, nachdem wir die Grenze passiert haben. Hier wurden wir dann mal wieder zerpflückt: was haben wir gekauft, Drogen, Zigaretten? Man darf an einem Wochenende nur einen Warenwert von US$ 400 mitnehmen. Einige von uns haben diesen Wert bei weitem überschritten, aber wir sind trotzdem relativ zügig durchgekommen und die Drogenhunde haben sie auch nicht in unseren Bus geschickt. Am Mittwoch hat mir mein Gastvater dann erzählt, dass sie bereits in der Schule angerufen haben, wo ich denn bleibe. Sie haben mal wieder vergessen, wann ich zurückkomme. Naja, lieber besorgte Gasteltern, als welche, die sich nicht scheren. New York war jedenfalls ziemlich gut und ich möchte auf jeden Fall noch einmal dort hin.